
Wenn überlegt wird, die räumliche Entwicklung und sozialen Strukturen eines ganzen Stadtteils zu verändern, wird von Stadtteilentwicklung gesprochen. Dazu gehören zum Beispiel Gebäude, Straßen, Schulen, Grünflächen, Geschäfte und soziale Hilfsangebote. Stadtteilentwicklung beschreibt die geplante Verbesserung von Stadtteilen.
Ein wichtiger Teil der Stadtteilentwicklung besteht aus der Beteiligung der Bürger. Jeder kann mitdiskutieren und Vorschläge machen, welche Probleme zu lösen sind und wie der Stadtteil aussehen soll.
Das Stadtbild in Eidelstedt ist von einer Bebauung der 1950er- bis 1970er-Jahre geprägt. Von Grünflächen umgeben, beherbergt der Stadtteil einen bunten Häusermix mit lockerer Bebauung:
Einige gründerzeitliche Vorstadthäuser und Villen stehen in der Nähe des Eidelstedter Zentrums.
Im Eidelstedter Osten, rund um die Straße Oortskamp, stehen viele Einfamilienhäuser. Das letzte Haus mit Reetdach in Eidelstedt ist das Haus Koyen im Dörpsweg.
Die Lohkampsiedlung aus den 1950er-Jahren befindet sich westlich des Eidelstedter Platzes. Dort stehen an schmalen Straßen kleine rote und weiße Einfamilienhäuser mit Satteldächern. Die Siedlung wurde schon mehrfach als schönste Kleinsiedlung Hamburgs und sogar Deutschlands ausgezeichnet.
In der Siedlung am Ellerauer Weg, nördlich des Eidelstedter Platzes, sind kleinere Wohnblocks zu finden.
Nördlich des Eidelstedter Platzes sind das ReeWie-Viertel (der Name setzt sich aus den Straßennamen Reemstückenkamp und Wiebischenkamp zusammen) sowie der Hörgensweg von einer Hochhausbebauung geprägt. Am Reemstückenkamp steht außerdem eine Terrassenwohnanlage der 1960er-Jahre.
Insbesondere durch die Neubauten am Duvenacker und am Hörgensweg ist Eidelstedt seit 2016 weiter gewachsen.

Ansicht auf das neue Viertel am Hörgensweg, hier: Beginn der Oliver-Lißy-Str., links die Lärmschutzwand zur Autobahn A23
Ein weiteres Bauprojekt, die Eidelstedter Höfe direkt am Eidelstedter Platz haben viele neue Wohnungen, Gewerbeimmobilien und Raum für eine Kita mit attraktiven Innenhöfen geschaffen. Diese Art der Bebauung ist auch Teil des „Magistralen-Konzepts“.

Die Südwestecke der Eidelstedter Höfe, Beginn der Eidelstedter Dorfstraße.

Blick in den Innenhof der Eidelstedter Höfe
Im Jahr 2016 hat der Senat im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) Eidelstedt-Mitte zum neuen Fördergebiet ernannt. Aus Mitteln der Programme „Stadtumbau“ sowie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ der Bund-Länder-Städtebauförderung sollte Eidelstedt-Mitte bis 2025 in der Entwicklung unterstützt werden.
Die steg Hamburg wurde vom Bezirksamt Eimsbüttel als Gebietsentwicklerin beauftragt und erstellt das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren. Außerdem übernahm die steg Entwicklungs-, Koordinations-, Vernetzungs- und Kommunikationsaufgaben im Stadtteil.
Zum Fördergebiet Eidelstedt-Mitte zählte im Wesentlichen der zentrale Bereich um den Eidelstedter Platz sowie westlich daran anschließend das Wohngebiet Eisenbahnerviertel, das bis zur Bahntrasse und der Station Elbgaustraße reicht. Ebenfalls gehörten die Wohngebiete Pflugacker/Hörgensweg und Duvenacker/Steinwiesenweg, nördlich bzw. östlich des Eidelstedter Platzes, zum Fördergebiet.
Das Bezirksamt Eimsbüttel hatte eine Analyse durchgeführt, die städtebauliche Defizite sowie bestehende oder drohende Funktionsverluste des zentralen Geschäftsbereichs in Eidelstedt-Mitte belegten. Das hatte zur Folge, dass es viele Leerstände und Billiganbieter gab.
Durch die RISE-Förderung sollte das Gebiet als zentraler Versorgungsbereich für das Einkaufen entwickelt werden. Um verschiedene Ladenstandorte am Eidelstedter Platz besser miteinander zu verbinden, sollen Orientierungsmöglichkeiten sowie die Gestaltung der öffentlichen Straßen und Plätze verbessert werden.
Auch die kulturellen und sozialen Angebote im Stadtteil sollen erweitert werden. So wurde das Eidelstedter Bürgerhaus modernisiert – heute das steeedt – und als Treffpunkt im Stadtteil gestärkt.
Das Eisenbahnerviertel sollt zu einem modernen, stabilen und gut ausgestatteten Wohngebiet werden. Dafür werden die soziale Infrastruktur und die Grünflächen aufgewertet. Außerdem werden Spielmöglichkeiten für Kinder verbessert. Die beiden Standorte des Wohnungsbaus für Flüchtlinge sollten in die umliegenden Stadträume und Nachbarschaften integriert werden. Und durch die Schaffung neuer Wohnangebote wird Eidelstedt als attraktiver Wohnstandort gestärkt.
Der RISE-Prozess wurde im April 2025 abgeschlossen und die Steg beendete ihre Arbeit im Stadtteil Ende 2025.
Den Abschlussbericht und alle wichtigen Dokumente der Arbeit der Steg finden Sie im Rise-Archiv auf dieser Seite.
Die Redaktion